Author Archives: dietra und petrich

dietra + petrich sind mit ihrem rolling home unterwegs die welt zu erkunden

Instagram

… leider, leider bekomme ich die Blog-Software im Hintergrund derzeit infolge Zeitmangels, wenig stabilem Internet etc. nicht wirklich repariert, was das Bloggen extrem anstrengend macht.

Auf der Reise gibt es einfach zuviel zu sehen und ab und an beansprucht auch die Technink unseres „Wägele“ ganz meine Aufmerksamkeit!

Ich werde daher notgedrungen meine Reiseberichterstattung hier im Blog zunächst bis zur Heimreise einstellen und den Blog dann in Ruhe in Deutschland nacharbeiten. Schade, aber für mein Wohlbefinden notwendig!

Falls Ihr trotzdem Lust habt, uns auf unserer Reise auch weiter zu begleiten, kann ich nur empfehlen, die App „Instagram“ aus dem App-Store o.ä. herunter zu laden, sich dort persönlich kurz und schmerzlos mit einem Konto anzumelden und mich unter „dietrich.rost“ dort zu suchen. Da gibt es täglich ein paar frische Fotos über das was bei uns so passiert, wo wir sind, was wir besichtigen etc..

Würde mich freuen Euch dort zu treffen.

Herzliche Grüße, Dietrich

Datong – Pingyao – Luoyang

30.07.2018 Nach dem wir den Stau aus Peking heraus Richtung chinesischer Mauer überstanden haben, kommen wir abends in Datong im Kohlegürtel Chinas an. Dicke Luft!

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31.07.2018 Besuch der nahe Datong am Rande einer heute stillgelegten Kohlegrube gelegenen Yungang Buddha-Grotten (Weltkulturerbe). Auch hier Unmengen chinesischer Touristen.

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Die Yungang-Grotten sind frühe buddhistische Höhlentempel. Die meisten wurden zwischen 460 und 525 n. Chr. während der Wei-Dynastie aus dem Sandstein herausgearbeitet. Die Gesamtanlage besteht aus 252 Grotten und Nischen. Sie gehört seit 2001 zum UNESCO-Welterbe. Zum Zeitpunkt des Baubeginns im Jahr 460 war der Buddhismus auf dem Gebiet der Wei Dynastie bereits weitgehend als Staatsreligion gefestigt. Die Arbeiten an den Yungang-Grotten erstreckten sich insgesamt über eine Zeitspanne von 65 Jahren von 460-525 n. Chr., wobei es aber immer wieder zu Unterbrechungen kam.

Seit Beendigung der Arbeiten sind die Grotten und Statuen stark der Verwitterung ausgesetzt, da sie aus Sandstein gearbeitet sind. Daher gab es in den folgenden Jahrhunderten immer wieder Anstrengungen, den Zustand der Grotten zu erhalten oder wiederherzustellen. Schon während der Liao-Dynastie, in den Jahren 1049–1060, wurden viele bereits beschädigte Statuen wiederhergestellt und vor den Grotten die so genannten „10 Tempel von Yungang“ errichtet, die aber bereits wenig später, im Jahr 1122 durch ein Feuer wieder zerstört wurden. 1621, während der Qing-Dynastie wurden die noch heute erhaltenen hölzernen Schutzgebäude vor zwei der monumentalen Höhlen errichtet, um eine weitere Zerstörung der Höhlen durch Witterungseinflüsse zu verhindern. Während der gesamten folgenden Zeit wurden immer wieder Restaurierungsarbeiten an Statuen und Höhlen vorgenommen und die Statuen zum Teil erneut bemalt. Seit 1950 wurden von der chinesischen Regierung Anstrengungen unternommen, durch Sicherungsmaßnahmen den Zustand der Grotten und Statuen zu erhalten. Man versuchte sowohl die natürliche Erosion durch eindringendes Wasser dadurch zu begrenzen, dass entstandene Risse verpresst und abgedichtet wurden als auch die durch Sandstürme verursachten Schäden durch Baumpflanzungen zu begrenzen. Zudem wurde versucht, die Belastung der Grotten durch die Verschmutzung aus den umliegenden Kohlebergwerken zu verringern.

Die Yungang-Grotten sind mit den Mogao-Grotten bei Dunhuang und den Longmen-Grotten bei Luoyang die wichtigsten Beispiele buddhistischer Steinschnitzkunst in China.

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… puuh, das ist wirklich super anstrengend! Zu viele Touristen.

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Heute volles Programm.

Am Nachmittag besuchen wir noch das hängende Kloster Xuankong Si etwa 70 Kilometer außerhalb Datongs gelegen. Auf der Fahrt dorthin nichts als Industrie zu sehen – chinesischer Kohlegürtel!

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Das Kloster Xuankong Si wurde ebenfalls im 6. Jahrhundert während der Wei-Dynastie mitten in eine Felswand gebaut und liegt in dem Gebirge Heng Shan, einem der fünf Heiligen Berge.

Das Kloster besteht aus 40 winzigen Hallen und Pavillons und wurde entlang den Konturen der Steilwand gebaut, wobei man sich natürlicher Aushöhlungen und Vorsprünge zur Abstützung bediente. Die Gebäude ruhen dabei auf Holzträgern, die aus dem Felsen herausragen. Die Gebäude sind durch Gänge, Brücken und Gehsteige miteinander verbunden. Der Fels dient als hintere Wand der Hallen und wurde ausgehöhlt, um Buddhastatuen aufzunehmen.

Als der Vorschlag zum Bau des Klosters gemacht wurde, soll kaum jemand seine Verwirklichung für möglich gehalten haben. Ein Baumeister namens Zhang willigte schließlich ein, die Aufgabe zu übernehmen. Zunächst wurden die einzelnen Teile am Fuß des Felsen vorgefertigt, dann transportierte man sie auf den Gipfel und ließ sie von dort herunter. Die Bauarbeiter hingen an Seilen, mit je einer Schleife um die Hüfte und um die Füße. Ganz so mussten wir uns dem Kloster nicht nähern. Dennoch war es durchaus abenteuerlich in dieser Höhe mit niedrigen Geländern die verschiedenen Ebenen des Klosters zu besuche. Man sollte schon schwindelfrei sein!

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Manfred kühlt, bevor es nach Hause nach Daton geht seine Füße im Fluss ab.

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Am 01.08.2018 Weiterfahrt Richtung Pingyao. Die Stadt Pingyao ist mit etwa 42.000 Einwohnern für chinesische Verhältnisse ein “Dorf”. In Europa ist der Ort vor allen Dingen wegen seines mingzeitlichen Stadtbildes bekannt. Mal wieder ein touristischer Hot-Spot. Der uns von der chinesischen Verwaltung zugewiesene Stellplatz für zwei Nächte ist auf einem Busparkplatz direkt vor der Stadtmauer gelegen. Eigentlich unerträglich wegen der herrschenden Temperaturen und den Massen von Chinesen, die unsere Reisemobile bestaunen wollen – wir stehen es durch!

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Den 02.08.2018 besichtigen wir den eigentlich schönen alten Ort, aus dem der chinesische Tourismus allerdings eine Art von Disneyland gemacht hat.

Die Geschichte der Stadt Pingyao selbst lässt sich bis in die Zeit der westlichen Zhou-Dynastie um die Wende vom 9. zum 8. vorchristlichen Jahrhundert zurückverfolgen. 

1370, unter der Herrschaft des Ming-Kaisers Hongwu, wurde die Stadt wesentlich erweitert und die nun größere Stadtbefestigung als Mauer mit Erdkern errichtet. Seitdem entwickelte sich Pingyao durch die gesamte Zeit der Ming und Qing Dynastien zu einem Finanzzentrum Chinas und beherrschte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den chinesischen Finanzsektor. Durch den Aufstieg der chinesischen Küstenstädte im Zuge der wirtschaftlichen Einflussnahme der westlichen Kolonialmächte verlor Pingyao aber Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts seine Bedeutung insbesondere an Hongkong und Shanghai und erholte sich von diesem Bedeutungsverlust bis heute nicht. Durch die dadurch fehlende Finanzkraft und Bedeutung wurde Pingyao aber weitgehend von den Zerstörungen durch Modernisierung und Kulturrevolution verschont und konnte so seine historisch gewachsene Altstadt erhalten. Pingyao besitzt heute die längste vollständig erhaltene mingzeitliche Stadtmauer Chinas, die seit 1988 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China steht, und weist noch eine Vielzahl historischer Hofhäuser auf. 1997 wurde Pingyao in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.

1370, unter der Herrschaft des Ming-Kaisers Hongwu, wurde die Stadt wesentlich erweitert und die nun größere Stadtbefestigung als Mauer mit Erdkern errichtet. Seitdem entwickelte sich Pingyao durch die gesamte Zeit der Ming und Qing Dynastien zu einem Finanzzentrum Chinas und beherrschte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den chinesischen Finanzsektor. Durch den Aufstieg der chinesischen Küstenstädte im Zuge der wirtschaftlichen Einflussnahme der westlichen Kolonialmächte verlor Pingyao aber Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts seine Bedeutung insbesondere an Hongkong und Shanghai und erholte sich von diesem Bedeutungsverlust bis heute nicht. Durch die dadurch fehlende Finanzkraft und Bedeutung wurde Pingyao aber weitgehend von den Zerstörungen durch Modernisierung und Kulturrevolution verschont und konnte so seine historisch gewachsene Altstadt erhalten. Pingyao besitzt heute die längste vollständig erhaltene mingzeitliche Stadtmauer Chinas, die seit 1988 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China steht, und weist noch eine Vielzahl historischer Hofhäuser auf. 1997 wurde Pingyao in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.

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Erinnert schon ein Wenig an die bei Chinesen so beliebte “Drosselgasse in Rüdesheim”!

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Hier wird chinesischer Essig aus dem Fass verkauft. Eine Spezialität Pingyaos.

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Tresterhaufen im Hintergrund – Überreste der Essigherstellung.

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Besichtigung typisches Pingyaoer Bürgerhaus mit Hof.

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03.08.2018 Fahrt in die Nähe von Luoyang zu den Longmen Grotten. Besichtigung dieser Grotten am frühen Morgen des 04.08.2018.

Die Longmen-Grotten (Drachentor-Grotten) am Yi-Fluss 13 Kilometer südlich der alten Hauptstadt Luoyang zählen zu den vier berühmtesten buddhistischen Grotten Chinas, die anderen drei sind die Mogao-Grotten in Dunhuang (besuchen wir später noch), die Yungang-Grotten in Datong (s.o. – schon besucht) und die Dazu-Grotten in der Nähe von Chongqing (2013 besucht).

Die Grotten liegen im Yihe-Flusstal zwischen dem Duft-Berg und dem Longmen-Berg. Der Bau der Grotten begann ebenfalls in der Wei Dynastie und dauerte ca. 400 Jahre bis in die Zeit der Tang-Dynastie. Es gibt hier insgesamt 2345 Nischen, über 100.000 Buddhastatuen und mehr als 2800 Inschriften. Die größte Statue ist der 17,14 Meter hohe Buddha Vairocana und die kleinste Mikrogravur-Buddhafigur ist nur 2 Zentimeter hoch.

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Zur Zeit der Kulturrevolution wurden viele Buddha-Figuren zerstört oder stark beschädigt. Aber auch Witterungseinflüsse, Vandalismus und nicht zuletzt Kunsträuber aus aller Welt hatten ihren Anteil an der Zerstörung bzw. Ausplünderung der Grotten.

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Nachmittags (… volles Programm!). Besuch des Shaolin-Klosters des gleichnamigen Ordens, das etwa 70km entfernt am Berg Songshan im Ort Dengfeng in der Provinz Henan liegt. Es ist berühmt für seinen Kampfkunststil – besser bekannt als „Shaolin Kung Fu“. Das Kloster gilt außerdem als die Geburtsstätte des historischen Chan-Buddhismus, des Vorläufers des Zen-Buddhismus. Und apropos “volles Programm” – voll ist es dort wie überall im touristischen China!

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496 n. Chr. stattete der Kaiser Xiao Wen den in Indien geborenen Mönch Batuo mit Geldmitteln aus, um das Shaolin-Kloster im Songshan-Gebirge zu errichten. Unter der Leitung von Batuo entwickelte sich das Shaolin-Kloster zu einem Zentrum der buddhistischen Lehre.

Der Legende nach lehrte der indische Mönch Bodhidharma, Begründer und erster Patriarch des Chan- bzw. Zen-Buddhismus, der um das Jahr 527 n.Chr. in das Shaolin-Kloster kam, die Grundlagen der Shaolin-Kampfkunst, die dann im Kloster weiterentwickelt und tradiert wurden. Während der Tang-Dynastie (618 – 907 n. Chr.) erlangten die Shaolin-Mönche im chinesischen Reich großes Ansehen, da dass Shaolin-Kloster 13 kämpfende Mönche entsandt hatte, um die bedrängte Dynastie zu unterstützen. Als Dank für die guten Dienste, die diese Mönche leisteten, wurden dem Kloster einige Privilegien zugestanden, unter anderem das Privileg, einige Mönche als Krieger auszubilden.

Von 1368 bis 1644 n.Chr. erlebte das Shaolin-Kloster und seine Kampfkunst, das von der regierenden Ming-Dynastie gefördert wurde, einen enormen Aufschwung. Die Armee des Klosters war etwa 2.500 Mann stark, und die Kampfkünste des Klosters wurden in unzähligen Varianten und Techniken ausgeübt. In diesem Zusammenhang wird auch von der Blütezeit des Shaolin-Tempels gesprochen.

Der Tempel bzw. das Kloster wurde im Verlauf seiner Existenz etliche Male zerstört, geplündert und wieder aufgebaut. Die letzte Zerstörung des Klosters erfolgte im Jahre 1928, als verschiedene Kriegsfürsten ihre Streitigkeiten auf dem Gebiet des Tempels ausfochten. Dabei ging ein großer Teil der religiösen Kunstschätze und Schriften des Tempels verloren, und der Tempel wurde nur in kleinen Teilen wieder aufgebaut.

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Hier wurden angeblich Fingermuskeln derart trainiert, dass diese Abnutzungsspuren im Baum entstanden. Mehr konnten wir von der Kampfeskunst nicht sehen – schade, hatte ich mir doch eigentlich eine Schaukampf-Vorstellung zu sehen gewünscht und nicht nur noch ein paar Klosterbauten!

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Am Kloster wird immer noch gebaut – schön aus Holz und mit gebrannten Ziegeln.

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Stupas mit den sterblichen Überresten verdienter Shaolin-Mönche.

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… dann geht`s wieder nach Hause bzw. zu unserem Stellplatz bei den Longmen-Grotten – unser Bedarf an Massentourismus ist, noch bevor es richtig los geht, eigentlich schon gedeckt!

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Peking

26.07.2018 geht es vom Gelben Meer direkt in die Hauptstadt!

Peking – der Name bedeutet Nördliche Hauptstadt. Peking hat eine über dreitausendjährige Geschichte und ist heute eine regierungsunmittelbare Stadt, das heißt, sie ist direkt der Zentralregierung unterstellt und damit Provinzen, autonomen Gebieten und Sonderverwaltungszonen gleichgestellt. Das gesamte 16.807 Quadratkilometer große Verwaltungsgebiet Pekings hat 21,5 Millionen Einwohner. Wird die Kernstadt (hohe Bebauungsdichte und geschlossene Ortsform) als Grundlage genommen, leben in Peking 7,7 Millionen Menschen. Der Ballungsraum (einschließlich Vororte) hat 11,8 Millionen Einwohner. Ab 2017 soll die Metropole Kern einer Megalopolis von 130 Millionen Einwohnern namens Jing-Jin-Ji werden.

Peking stellt als Hauptstadt das politische Zentrum Chinas dar. Aufgrund der langen Geschichte beherbergt Peking ein bedeutendes Kulturerbe. Dies umfasst die traditionellen Wohnviertel mit Hutongs, den Tian’anmen-Platz (chinesisch Platz am Tor des Himmlischen Friedens), die 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Verbotene Stadt, den neuen und alten Sommerpalast und verschiedene Tempel, wie z.B. den Himmelstempel.

Wir stellen unser “Wägele” auf einem Hotelparkplatz ab und schlafen im Hotel.

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Das ist für die Stadt und bei den herrschenden Temperaturen (> 30 C) angenehmer. Leider sind wir nur kurze Zeit in Peking – wir haben volles Programm. Es beginnt gleich am Abend unserer Ankunft mit dem Besuch einer Peking-Oper-Vorstellung im alt-ehrwürdigen Huguang-Theater.

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27.07.2018 Besichtigung der Himmelstempel-Anlage und Besuch der Einkaufsstraße Wangfujing.

Auf dem Weg zur U-Bahn – auch kleine Falschparker werden hier sofort verhaftet!

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Die Himmelstempel-Anlage liegt im ehemaligen Bezirk Chongwen im Süden der Stadt inmitten eines großen Parks. Hier beteten die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastien jedes Jahr für eine gute Ernte. Die Anlage wurde von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen.

Eingang.

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Die gesamte Anlage ist von einer kilometerlangen doppelten Mauer umgeben. Im nördlichen Teil der Anlage haben die Mauern einen runden Grundriss, während der südliche Grundriss viereckig ist. Von oben betrachtet sieht der Mauergrundriss also wie eine langgezogene Kuppel aus. Diese Form rührt aus der Vorstellung, dass der Himmel rund und die Erde eckig sei. Durch die doppelte Mauer um die gesamte Anlage, in einem Abstand von etlichen Metern, entsteht ein innerer und ein äußerer Bereich des Tempels. Die wichtigsten Gebäude der Anlage befinden sich im inneren Bereich. Auch der innere Bereich ist von einer Mauer unterteilt und bildet so einen nördlichen und einen südlichen Teil des Tempels.

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Im nördlichen Teil befindet sich das wichtigste Gebäude des Tempelbezirks, die „Halle der Ernteopfer“, auch „Halle des Erntegebets“  genannt. Der 36 Meter breite und 38 Meter hohe Rundbau hat einen kreisförmigen Grundriss und steht auf einer dreistufigen Marmorterrasse. Diese etwa 20 Meter hohe Terrassenbasis hat Ähnlichkeiten mit den mittelamerikanischen Stufentempeln. Die Halle wurde 1420 von Kaiser Yongle errichtet, brannte 1889 ab und wurde 1890 neu errichtet und ist ein Wahrzeichen Pekings. Dieser nördliche Bereich diente hauptsächlich als Altar im Frühjahr, um für die Ernte zu beten. Leider spielt das Wetter zumindest zum Fotografieren nicht so wirklich mit.

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Im südlichen Teil steht das zweite große Gebäude, die „Halle des Himmelsgewölbes“, eine kleinere, ebenfalls kreisrunde Tempelhalle. Sie ist umgeben von der „Echomauer“, einer absolut glatten und exakt kreisförmigen Mauer. Durch ihre runde Form werden Schallwellen an der Mauer entlanggeführt und können überall an der Mauer wahrgenommen werden. Spricht man also gegen die Echomauer, kann man selbst an der gegenüberliegenden Stelle hören, was gesagt wurde.

Die südliche Halle diente zusammen mit der dreistufigen Marmorterrasse, die sie ebenso wie der Nordteil aufweist, als Altar während der Wintermonate.

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Die Marmorterrasse, sowie die nördliche und südliche Halle stehen auf einer Nord-Süd-Achse im Zentrum der gesamten Anlage. Die gesamte Tempel-Achse mit Terrasse und Hallen ist gut 1200 Meter lang und wird von alten Bäumen flankiert. Damit ist der Himmelstempel nach eigenen Angaben die längste Anlage zur Himmelsanbetung der Welt.

Genug Tempel: Weiterfahrt mit der U-Bahn zur Einkaufsstraße Wangfujing. Ticketkauf relativ einfach, wenn man Geldscheine in den passenden Größen dabei hat. Auf jeder U-Bahnstation wird man selbst und das Gepäck von Sicherheitspersonal gecheckt!

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Wangfujing-Einkaufstraße mit benachbarten Shopping-Centern. Hier gibt es alles, was es auch sonst auf der Welt gibt, Gucci, Prada, Marco Polo etc.

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Die Chinesen lieben Süßigkeiten – demgemäß groß ist die Auswahl.

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Rückseite eines Shopping-Centers nahe der Wangfujing.

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28.07.2018 Wir stehen früh auf, wollen zum etwas außerhalb gelegenen “Neuen Sommerpalast”. Trotz der riesigen Entfernung kann man dorthin mit der U-Bahn fahren. Es waren wohl knapp unter 20 U-Bahnstationen bis dahin.

Der Neue Sommerpalast ist ein ehemaliger Kaiserpalast. Er liegt im Nordwesten Pekings wenige hundert Meter westlich der Ruinen des Alten Sommerpalastes. Er zählt zu den Höhepunkten der chinesischen Gartenkunst, obwohl er mehrfach zerstört und wieder neu errichtet werden musste. Er ist heute einer der großen Besuchermagneten in der chinesischen Hauptstadt und ist seit 1998 ebenfalls UNESCO-Welterbe.

Kaiser Qianlong ließ den Sommerpalast 1751–1764 für eine Gesamtsumme von 4,8 Mio. Silbertael als Geschenk zum 60. Geburtstag seiner Mutter errichten. Die 290 ha große Anlage entstand auf dem Gelände des seit 1153 bestehenden ehemaligen Gartens des Goldenen Wassers und war der bevorzugte Aufenthaltsort des Kaiserhofes in den feucht-heißen Sommermonaten. Die Gebäude zählen zu den Meisterwerken chinesischer Architektur, der Park zu den beeindruckendsten chinesischen Landschaftsgärten. Wie der Alte Sommerpalast weiter östlich fiel auch der Neue Sommerpalast der Vergeltungsaktion im Zuge des Zweiten Opiumkrieges zum Opfer und wurde am 17. und 18. Oktober 1860 von einem anglofranzösischen Invasionsheer zerstört.

Anders als der Alte Sommerpalast wurde der Neue Sommerpalast jedoch auf Initiative der Kaiserinwitwe Cixi und des Chefs der Kaiserlichen Marine, Prinz Yi Xuan, in der Zeit von 1885 bis 1895 wieder aufgebaut. Die Finanzierung erfolgte durch Abzweigung von eigentlich für den Flottenausbau bestimmten Geldern, woran heute noch das berühmte Marmorboot im Palastsee erinnert. Im Zuge der Niederschlagung des Boxeraufstands 1900 wurde der Neue Sommerpalast ein weiteres Mal von den Briten als Vergeltung zerstört und danach erneut aufgebaut. Nach seiner Schließung 1908 durch die Witwe von Kaiser Guangxu wurde er 1924 wieder eröffnet. Einen Besuch konnten sich aber wegen anfangs exorbitant hoher Eintrittspreise nur wenige leisten. Heute ist der Sommerpalast ein Besuchermagnet und zählt zu den frequentiertesten Sehenswürdigkeiten der chinesischen Hauptstadt. Das merken auch wir, als wir gegen bereits 9:00 Uhr am Eingang ankommen. Es ist der Bär los!

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Der Nachbau eines Kanals mit Geschäften aus Suzhou.

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Rundgang:

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Der künstlich angelegte Kunming-See, ein Traum zum Tretboot-Fahren, aber nur, wenn nicht so viel los ist!

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Das Marmorschiff, ein auf das Wasser gebauter Aussichtsort zum Betrachten des Kunming-Sees. Siehe auch oben zur Finanzierung des Wiederaufbaus der Anlage durch Kaiserinwitwe  Cixi.

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Nach 90 Minuten sind wir so fertig (Hitze und Unmengen von Menschen), dass wir die Anlage wieder verlassen. An sich könnte man hier ganze Tage verbringen – wir vielleicht das nächste Mal! Bei Verlassen der Anlage sehen wir noch, dass sich bereits 56.000 Besucher in der Anlage befinden. Chinesische Massen!

Wir fahren mit der U-Bahn noch einmal quer durch die Stadt zu einem sogenannten Silk-Market, im Grunde ein Shopping-Center für gefälschte Marken-Artikel. Das ganze stellt sich als weniger interessant heraus. Trotzdem kann man hier einen schönen Blick auf das moderne Peking werfen.

Silk-Market-Gebäude.

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Central Business District (CBD) – Hochhäuser.

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Im Hintergrund rechts ein neues Wahrzeichen Pekings, das man schon bestimmt 50 km vor Einfahrt in die Stadt sieht.

Der „China Zun“ mit 510 Metern Höhe – noch nicht ganz fertig gestellt.

Als das höchste Gebäude galt bislang der 330 Meter hohe China World Tower 3, der ebenfalls in diesem Bezirk steht. Diesen wird der so genannte „China Zun“ mit 510 Meter weit überragen. Unter „Zun“ versteht man ein chinesisches bronzenes Weingefäß, welches normalerweise in der Shang- (1600 bis 1046 vor Christus) und Zhou-Dynastie (1046 bis 771 vor Christus) zu religiösen Anlässen verwendet wurde.

Das neue Wahrzeichen des CBD von Beijing soll über 112 Stockwerke verfügen, darunter vier unterirdische. Abgesehen vom Hauptsitz der CITIC-Group werden auch Bürohäuser, Apartments, Hotel sowie Shopping-Malls in das Hochhaus integriert. Der unterirdische Teil soll zudem mit den Kaufhäusern in der Umgebung und der U-Bahn-Station verbunden sein. Die Geschosse ganz oben sollen als Bars und Restaurants den Besuchern zugänglich gemacht werden. Durch die gläsernen Wände und das Dach könne man seine Blicke sowohl auf den Himmel als auch auf die Stadt werfen, heißt es im Entwicklungsplan.

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Abends Besuch einer KungFu-Show – wir hatten uns etwas anderes vorgestellt – etwa KungFu-Schaukämpfe. Das war es aber nicht. Es ähnelte eher einer Vorstellung Im Friedrichstadtpalast in Berlin, Revue-Theater!

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29.08.2018 Besichtigung “Platz der himmlischen Friedens” und der “Verbotenen Stadt”. Vom Hotel zu Fuß zu erreichen. Unvorstellbare Massen an im wesentlichen chinesischen Touristen auch hier!

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Petra mit ihrem neuen auf der Wangfujing gekauften Sonnenschirm.

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Ehemaliger Bahnhof nahe des Platzes – heute beherbergt er passend ein Eisenbahnmuseum.

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Angekommen am “Tian`anmen” oder “Platz des himmlischen Friedens”, der hier allerdings wohl nur selten herrscht!

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Er wird mit seinen 39,6 ha Fläche oft als größter befestigter Platz der Welt bezeichnet.

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An der Nordseite steht das Tian’an Men, das Tor des Himmlischen Friedens, hinter dem sich die Verbotene Stadt anschließt. Bis 1911 war der Platz nicht öffentlich zugänglich. Ab 1911 war er eine wichtige Demonstrationsstätte mit einem Fassungsvermögen von bis zu einer Million Menschen.

Der Platz wird im Westen von der Großen Halle des Volkes

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und im Osten vom Chinesischen Nationalmuseum begrenzt.

Nach dem Tode Mao Zedongs im Jahr 1976 wurde auf dem südlichen Teil des Platzes ein gewaltiges Mausoleum errichtet, in dem seither der konservierte Leichnam Maos ausgestellt ist.

Besucherschlange zum Mausoleum.

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Im Hintergrund Tian’an Men, das Tor des Himmlischen Friedens mit Mao-Portrait (in Öl!).

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Wir betreten wie etwa 80.000 andere Touristen täglich die verbotene Stadt durch das Tor des Himmlischen Friedens. Seit einiger Zeit ist der Besucherstrom täglich begrenzt, Tickets können nur im voraus im Internet bestellt werden, um den Besucherstrom einzudämmen. Es sind trotzdem deutlich zu viele Besucher unterwegs.

In der Verbotenen Stadt lebten und regierten bis zur Revolution 1911 die chinesischen Kaiser der Dynastien Ming und Qing. Der einfachen Bevölkerung war der Zutritt verwehrt – was den Namen Verbotene Stadt erklärt.

Die Verbotene Stadt gilt als Meisterwerk der chinesischen Architektur. Ihre Anlage entsprach der Weltsicht der kaiserlichen Herrscher: ein annähernd rechtwinkliger Grundriss – ausgerichtet entsprechend dem Prinzip von Yin und Yang an der Nord-Süd-Achse – und die Verbotene Stadt als Machtsymbol des Kaisers in der Mitte. In ihr befanden sich unter anderem die Paläste der Herrscher. Die Dächer der meisten Hauptgebäude waren teilvergoldet und mit in Gelb, der Symbolfarbe des chinesischen Kaisers, glasierten Ziegeln gedeckt. Kein Gebäude in Peking durfte die Verbotene Stadt in der Höhe überragen.

Der dritte Kaiser der Ming-Dynastie, Yongle, begann 1406 mit dem Bau der Verbotenen Stadt. Zeitweise sollen eine Million Sklaven und mehr als 100.000 Kunsthandwerker daran gebaut haben. Nur durch solch einen Aufwand ist es verständlich, dass der Bau schon 1420 abgeschlossen werden konnte.

Yongles Nachfolger konstruierte den Palast zwar in seinem Sinne um und erweiterte ihn noch, am Grundriss veränderten aber weder er noch ein anderer Kaiser etwas. Daher ist die Anlage noch in ihrer ursprünglichen Weise, streng an der Nord-Süd-Achse ausgerichtet, erhalten.

1860 besetzten britisch-französische Truppen die Verbotene Stadt bis zum Ende des zweiten Opiumkrieges. 1900 floh die Kaiserinwitwe Cixi während des Boxeraufstandes aus der Verbotenen Stadt, die im folgenden Jahr wiederum von ausländischen Mächten besetzt wurde.

Nach der Xinhai-Revolution dankte der letzte Kaiser, Puyi, 1912 ab. Er lebte nach seiner Abdankung mit seiner Familie noch eine Weile in den Chinesischen Kaiserpalästen. 1924 mussten sie schließlich die Verbotene Stadt verlassen und die Tore wurden für die Bevölkerung geöffnet.

Während andere Monumente während der Kulturrevolution von den Roten Garden geplündert oder gar zerstört wurden, blieb die Verbotene Stadt verschont, da sie durch bewaffnete Kräfte der Volksbefreiungsarmee gesichert wurde.

Der gesamte Baukomplex hat eine Grundfläche von ca. 720.000 m² und eine bebaute Fläche von etwa 150.000 m². Auf dem Gelände befinden sich 890 Paläste mit unzähligen Pavillons mit insgesamt 8.886 Räumen. Einer Legende nach sollen es eigentlich 9.999½ Räume sein. Der halbe Raum hat symbolischen Charakter. Danach durfte nur der Himmel einen Palast mit 10.000 Räumen besitzen, daher mussten sich die „Söhne des Himmels“ mit 9.999½ zufriedengeben. Die Gebäude wurden auf weißen, von Balustraden gesäumten Marmorterrassen errichtet und haben geschwungene Pagodendächer in der kaiserlichen Farbe Gelb. Die Mauer der Verbotenen Stadt ist 10 Meter hoch und 3.428 Meter lang sowie von einem 3.800 Meter langen, 52 Meter breiten und 6 Meter tiefen mit Wasser gefüllten Graben umgeben. In jeder Himmelsrichtung befindet sich jeweils ein großes Tor mit einem Turm und an den vier Mauerecken steht jeweils ein Eckturm. Der Haupteingang ist das „Mittagstor“ (Wumen) oder auch „Fünf-Phönix-Tor“.

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… puuh – Ausgang, wir sind geschafft!

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Nachmittags Spaziergang in einem Hutong-Viertel sowie Besuch des Pekinger Trommel- sowie Glockenturms.

Hutongs sind die traditionellen Wohnhöfe Pekings in engen Gassen. Im Jahr 2005 gab es in Peking noch etwa dreitausend Hutongs, in denen fast die Hälfte der Stadtbewohner lebte. Sie werden aber auf Grund der Umgestaltung des Stadtzentrums zunehmend seltener. Auf der Fläche eines Hutongs mit traditionell meist erdgeschossiger Bebauung lassen sich in moderner mehrstöckiger Geschossbauweise wesentlich mehr Wohnungen unterbringen. Es ist abzusehen, dass schon in wenigen Jahren kaum noch ursprüngliche Hutongs im Stadtzentrum anzutreffen sein werden, vermutlich jedoch bald als Museumsdorf zu besichtigen sein dürften. Andererseits ist eine Tendenz zu erkennen, neue Hutongs im alten Stil aufzubauen bzw. alte Hutongs zu bewahren.

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Der Trommelturm ist auf der Außenstraße von Di´anmen im Ostdistrikt Pekings gelegen. Im Jahr 1420 der Ming-Dynastie erbaut und im Jahr 1800 in der Qing-Dynastie rekonstruiert. Der Trommelturm war der Ort, wo man in den Ming- und Qing-Dynastien trommelte, um die Zeit anzusagen.

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Der Glockenturm liegt dem Trommelturm am anderen Ende eines Platzes direkt nördlich gegenüber und  ist der nördlichste Endpunkt der Mittelachse der Altstadt Pekings. Die Glocke wurde täglich zweimal bedient, einmal abends, um das Schließen der Stadttore mitzuteilen und einmal morgens, wenn die Stadttore wieder geöffnet wurden.

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30.07.2018 Abreise aus dem schönen Peking, für das wir leider viel zu wenig Zeit hatten. Gerne würden wir noch einmal nach Peking reisen, am besten zu einer Jahreszeit, wo nicht so viel los ist. Laut Yangze, unserem chinesischen Reiseführer, ist das aber wohl ein zweckloses Unterfangen. In Peking sei es immer zu voll! Es geht Richtung Norden, d.h. Richtung chinesische Mauer. Zuvor füllen wir jedoch noch unsere Bestände an Lebensmitteln bei einem METRO-Markt auf. Und dann stehen wir mehrere Stunden auf der Autobahn im Stau. Alle Chinesen wollen heute zur chinesischen Mauer!

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… Erenhot–Chengde-Qinhuangdao am gelben Meer

In der Grenzstadt Erenhot müssen wir wegen weiterer Grenzformalitäten (Einführen unserer Fahrzeuge) zwei Nächte auf einem Hotelparkplatz verbringen. Wir nehmen`s gelassen. Abends schüttet es mal wieder – unüblich hier am Rande der Wüste Gobi. Das Wasser läuft nicht ab und steht in den Straßen.

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Am Tag der Abreise (20.07.2018) dann die “Beinahe-Katastrophe”. Ich sitze beim Frühstück in unserem Auto, als mir plötzlich mit einem unglaublichen Schlag ein vorbeifahrendes/abreisendes Wohnmobil entgegengeflogen bzw. –gestürzt kommt. Eines der großen Lkw-14-Tonner-Wohnmobile ist auf dem wohl unterspülten Hof des Hotels mit dem linken Hinterrad tief eingesackt und unserem Auto entgegengekippt. Gott sei dank haben wir nur leichte Kratzer abbekommen – da ging es wirklich um Zentimeter; wenn beide Wohnmobile aufeinandergekracht wären, wäre die Reise zu Ende gewesen. Puuhh …

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Es geht Richtung Westen auf zunächst chinesicher Autobahn. Hier gab es früher Dinosaurier, deren Skelette man in der Wüste gefunden hat.

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Später fahren wir über den sogenannten Himmelspfad, eine Höhenstraße mit besonders schönen Ausblicken auf die Landschaft, wenn es nicht gerade mal wieder regnet oder trüb ist.

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Übernachtung unterwegs in einem kleinen Dorf mit Autowaschanlage direkt neben an.

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22.07.2018 Fahrt in das ungefähr 160 km nordöstlich von Peking gelegene Chengde – wir stehen, wie voraussichtlich noch häufiger in China, auf einem Hotelparkplatz. Das Hotel selbst wird gerade saniert. Zumindest von außen!

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23.07.2018 Besichtigungen. Chengde ist vor allem als Sommerresidenz der frühen Kaiser der Qing-Dynastie bekannt. Der Gebirgserholungsort, den sie dort im 18. Jahrhundert erbauten, besteht aus großen Parks mit Seen, Pagoden und dem Kaiserlichen Sommerpalast. Außerhalb seiner Mauern befinden sich die Acht äußeren Tempel, die in verschiedenen Architekturstilen aus ganz China gebaut sind, u.a. dem Putuo-Zongcheng-Tempel, der in Anlehnung an den Potala-Palast in Lhasa gebaut wurde.

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Danach,  heute ist Tempel-Tag, Besichtigung des wohl weniger bedeutenden, aber dennoch schönen Puning-Tempel.

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Einschub … nein, ihr unwissenden Langnasen, dies ist kein Regenschirm sondern ein Sonnenschirm mit Spitze dekoriert. Diese gibt es von billig bis sündhaft teuer in allen Ausstattungsvarianten zu kaufen. Sie werden von eleganten Chinesinnen an Sonnentagen verwandt, um die bleiche Haut bleich zu erhalten.

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… weiter im Tempel!

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Abendessen beim Chinesen um die Ecke.

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… nein, das ist nicht unser Tisch nach dem Essen. So sieht es aus, wenn Chinesen gespeist haben!

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24.07.2018 Fahrt von Chengde nach Qinhuangdao am gelben Meer, dem wohl östlichsten Punkt unserer Reise. Ab Qinhuangdao geht`s wieder Richtung Westen. Qinhuangdao war Austragungsort bei den Olympischen Spielen 2008 – unser Stellplatz für zwei Nächte am Olympiapark.

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Wir machen einen Spaziergang zum Strand. Auch hier hat es kräftig geregnet – es stürmt immer noch. Es hat wohl in den letzten Tagen hier Taifun gegeben. ShangriLa-Hotel.

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Der Strandweg wird mit Sandsäcken befestigt, damit die Steganlage nicht abrutscht. Es muss wohl schon ein wenig mehr als gewöhnlich gestürmt haben.

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Bauboom auch hier – wie überall in China. Immobilienblase?

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25.07.2018 Ausflug mit einem Sonderzug in den kleinen Ort Shanhaiguan, der sich später als typisch chinesisches Disney-Land-Touristenziel herausstellt.

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Im Zug ist eine Gruppe von Kindern im Sommerlager, die für uns Gedichte rezitiert, Liedr singt, tanzt etc.

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Kinderfotos.

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Wir werden gut unterhalten bis zur Ankunft in Shanhaiguan.

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Shüren unser burjatischer Chefmechaniker.

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Shanhaiguan –  Retortendorf für chinesische Touristen. Hier wohnt kein Mensch mehr!

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Von Shanhaiguan aus geht es mit dem Bus zum östlichen Ende der chinesischen Mauer, dem Punkt, wo die Mauer am gelben Meer endet. Erstes touristisches Großereignis – Tausende chinesische Touristen begleiten uns!

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Mauerende!

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Ulan Bator – Wüste Gobi – Grenze China

13.07.2018 Wir verlassen Ulan Bator. Nur rund 54 Kilometer ostsüdöstlich der mongolischen Hauptstadt steht ein monumentales Reiterstandbild des Dschingis Khan. Trotz der geringen Entfernung dorthin brauchen wir Stunden. Es ist der letzte Tag des Naadam Festes und alle fahren zum Grillen o.ä. aus der Hauptstadt heraus – Stop and Go! Der Standort des Denkmals, Tsonjin Boldog, ist ein Platz, an dem Dschingis Khan einer Legende zufolge eine goldene Gerte gefunden haben soll. Die Statue zeigt ihn auf dem Rücken eines Pferdes sitzend mit der Gerte in der rechten Hand. Die Statue ist etwa 30 Meter hoch und steht auf einem rund 10 Meter hohen Gebäude. Das Denkmal soll aus rund 250 Tonnen Edelstahl bestehen.

Das Sockel-Gebäude enthält Restaurants und Souvenirgeschäfte. Von dort aus können die Besucher mit einem Fahrstuhl den Rücken des Pferdes zwischen den Beinen des Reiters erreichen. Eine Treppe führt sie über den Hals des Pferdes zu einer Aussichtsplattform auf dessen Kopf. Ein Spektakel gemacht für Mongolen! Wir verweilen nur kurz. Den besseren Blick auf das Denkmal hat man sowieso aus der Ferne.

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Das sieht man in der Mongolei häufiger. Gegen ein kleines Entgelt darf man den zur Jagd ausgebildeten Adler – wie einen Falken – mal auf den Arm nehmen. Durchaus beeindruckend die Vögel.

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Es sind nur noch ein paar Kilometer zum nach Terelj Nationalpark, wo wir zwei Nächte bleiben werden. Aufgrund der Nähe zur Hauptstadt ist hier für mongolische Verhältnisse relativ viel los, wir können die Zeit aber trotzdem genießen und entspannen beim Wandern und Lesen etc.

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Aufgenommen bei unserer Wanderung auf dem Berg: Mongolen fahren überall mit dem Auto hin.

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Barbara.

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15.07.2018 Wir verlassen den Terelj Nationalpark, tanken noch einmal voll und machen uns auf nach Süden Richtung Ayrag in der Wüste Gobi gelegen. Die Gobi ist auf dieser Strecke recht eintönig – eigentlich nur Steppe und ein paar verdorrte Pflanzen. Also nicht mit spannender Wüste mit Dünen. Neue öde Wohnsiedlung.

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Supermarkt unterwegs.

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Einsamer Übernachtungsplatz.

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16.07.2018 Weiter Richtung Saynshand in der Wüste Gobi.

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Übernachtung heute in der Nähe eines heiligen Ortes beim Kloster Khamryn Khiid, das sich ein Wenig wie eine Fata Morgana aus dem Wüstensand erhebt.

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Ein bekannter Universalgelehrter, der von den Mongolen als heilig verehrt wird, hat es 1818 erschaffen nahe der Stelle, an der er einen der Eingänge zum mythologischen Königreich Shambhala vermutete. Das Kloster wurde, wie viele andere, zur Stalinzeit zerstört, ist nun aber wieder eröffnet und wird nach und nach wieder aufgebaut.

Die Kraft des Buddhismus wollen wir spüren, wenn wir morgens bei Sonnenaufgang das Energiezentrum besuchen, das in der Nähe des Klosters liegt und den Eingang zu Shambhala darstellen soll.

Zunächst aber geht es noch ganz weltlich zu – Abendessen mit Manfred und Barbara. Es ist über 30° C heiß und wir weihen aus diesem Anlass unsere Außenküche ein, damit es im Auto nicht noch heißer wird.

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Abendstimmung – so stellt man sich die Gobi doch schon eher vor.

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Mit dem frühen Aufstehen am nächsten Morgen gegen 5 Uhr zum Sonnenaufgang das klappt nicht so ganz. Wir besuchen das Weltenergiezentrum so gegen 8 Uhr. Dieser Ort in der Wüste Gobi ist für Buddhisten heilig. Er geht zurück auf das mythologische Königreich Shambhala, das irgendwo in Asien verborgen sein soll. Es soll das Zentrum der Welt sein. Nach der muslimischen Invasion von Zentralasien im 9. Jahrhundert wurde dieses Königreich unsichtbar und kann nur noch von Menschen reinen Herzens gefunden werden. So viel zur buddhistischen Lehre.

Der Religionsführer und Philosoph Danzan Ravjaa hatte 1818 den genauen Ort beschrieben, an dem einer der Eingänge des Königreichs sein soll. Shambhala soll zugänglich sein von Tibet aus und von einem Eingang in der Gobi. In die Nähe dieses Ortes baute er das Kloster (s.o.), das wir gestern kurz besichtigten.

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Eingang. Man soll alles Schlechte hinter sich lassen!

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Im Hintergrund die Gobi.

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Ausgang!

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17.7.2018 Es geht weiter Richtung chinesischer Grenze bei den Grenzorten Zamyn Üüd und Erenhot. Kleiner Abstecher – ca. 5km – seitlich der Straße um etwas näher an in der Ferne gesichtete Dünen heranzukommen. Sie bleiben leider in der Ferne, wir kehren wieder um, das wir vor gemeinsamem Grenzübertritt keine Off-Road-Experimente mehr machen wollen.

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Uns begleitet die transmongolische Eisenbahn nach China. Bei unserem letzten Stellplatz kurz vor der chinesischen Grenze gelegen werden wir hupend und winkend von den Zugführern gegrüßt.

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Am 18.07.2018 folgen wir dem Zug nach China. Der Grenzübertritt gestaltet sich sensationell einfach. Innerhalb von dreieinhalb Stunden haben wir alles erledigt – und zwar auf mongolischer wie auch auf chinesischer Seite.  Was haben die doch für einen Aufstand bei unserer (vorherigen) Ausreise aus Russland gemacht – wohlgemerkt Ausreise! Selbst Drogenhunde kamen da auf der russischen Seite zum Einsatz. Die spinnen die … .

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Ulan Bator (Ulaanbaatar)

Ulaanbaatar (übersetzt „Roter Held“) ist die Hauptstadt der Mongolei. Knapp die Hälfte der mongolischen Gesamtbevölkerung, derzeit rund 1,5 Mio. Menschen, lebt dort. Ein großer Teil der Vorstädte besteht vorwiegend aus Jurten-Siedlungen, welche einen überraschenden Kontrast zu den modernen Gebäuden des Stadtzentrums bilden. Heute leben über 50 Prozent der Stadtbevölkerung in solchen Jurten-Vierteln. Der Lebensstandard ist meist niedrig, es fehlt an grundlegender städtischer Infrastruktur wie fließendem Wasser, Anbindung an das städtische Stromnetz, öffentlichen Plätzen und nicht zuletzt an Formen sozialer und politischer Organisation.

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Die Hauptstadt ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Mongolei.

Touristisch bedeutsam sind das Süchbaatar-Denkmal auf dem gleichnamigen Platz, der Winterpalast des Bogd Khan und das Dsaisan-Denkmal, das an den Zweiten Weltkrieg erinnert. Es liegt auf einem Hügel südlich der Stadt, von dem aus man einen schönen Blick über die Stadt hat. Auch die buddhistischen Tempelmuseen und das Gandan-Kloster sind besuchenswert.

Ulaanbaatar liegt in 1350 Meter Höhe am Fluss Tuul und am Fuß des 2256 Meter hohen Berges Bogd Khan Uul.

Infolge der Unterzeichnung des Vertrages von Aigun 1858 wuchs die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt ab den 1860er-Jahren durch den Handel zwischen Russland und China. 1911 erklärte der 8. Bogd Khan die Äußere Mongolei für unabhängig. Im gleichen Jahr erfolgte eine Umbenennung der Stadt in Niislel Chüree. China erkannte die Sezession nicht an, räumte der Äußeren Mongolei 1915 jedoch gewisse Autonomierechte ein. 1920/21 besetzten Truppen der russischen Weißen Armee das Land und riefen 1921 in eine unabhängige Monarchie aus. Kurz darauf eroberte die sowjetische Rote Armee die Stadt und etablierte  eine Marionettenregierung. 1924 wurde die Äußere Mongolei als erstes sowjetisches Satellitenregime dieser Art zur „Volksrepublik“ erklärt.

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion war zwangsläufig der Zusammenbruch ihres Marionettenregimes in Ulan Bator verbunden. Nach Massendemonstrationen im Winter 1989/90 verlor die kommunistische Staatspartei mehr und mehr die Kontrolle. Im März 1990 trat das gesamte Politbüro zurück; im Mai erfolgte die Aufhebung des Einparteiensystems, womit der Demokratisierungsprozess und die Wendung zur Marktwirtschaft begannen. 1990 fanden die ersten freien Wahlen in einem Mehrparteiensystem statt. 1992 besiegelte das Parlament mit der Annahme einer neuen Verfassung das Ende des kommunistischen Systems. Zugleich verzichtete die verfassungsgebende Gewalt auf die Bezeichnung Volksrepublik. Damit wurde Ulaanbaatar die Hauptstadt des neuen Staates Mongolei.

Erster Stadtrundgang. Eigentlich, auch wenn das auf den Fotos nicht so richtig herauskommt, ist in der Stadt 24 Stunden am Tag Stau. Es ist unglaublich, hängt aber wohl mit der Verdoppelung der Stadtbevölkerung in den letzten 15 Jahren zusammen.

Jurtensiedlung im Hintergrund.

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Ulaanbaatar ist eine Stadt zwischen Moderne und Tradition. Zentrum der Stadt ist der Süchbaatar-Platz. Die markantesten Bauten auf diesem großräumigen Platz sind das Parlamentsgebäude, das Rathaus der Stadt, das Haus der Kultur, die Staatsoper, die Mongolische Börse sowie einige moderne Hochhäuser mit Hotels, Restaurants und Geschäften. Vor dem Eingang des Parlamentsgebäudes befinden sich große Skulpturen: in der Mitte Dschingis Khan, rechts und links sein Sohn und Nachfolger Ögedei Khan und sein Enkel Kublai Khan, einst Kaiser von China.

Parlamentsgebäude.

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Börse und Hotels.

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Staatsoper.

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Süchbaataar-Denkmal (mongolischer Held des Sieges des Kommunismus über die Weiße Armee).

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Der Bauboom und seine Schattenseiten – nicht fertiggestelltes, vor sich hin rottendes Appartementhaus.

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Wohnhäuser aus der Sowjetzeit.

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Entlang der Peace-Road – Hauptstraße Ulan Bators.

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Fußgängerbereich mit Kaufhaus im Hintergrund.

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Den von mir 2006 besuchten Biergarten des deutschen Brauers und Gründers von Khan Bräu in der Dschingis Avenue schräg gegenüber des Bayangol-Hotels gibt es nicht mehr. Er musste wohl einem Hochhausprojekt weichen. Das neue Brauhaus in der Seoul Street reicht optisch und qualitativ bei weitem nicht an die alten Zeiten heran – schade!

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Verlaufen? Mongolisches Restaurant!

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Bayangol-Hotel in dem ich 2006 übernachtete.

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Die freie Marktwirtschaft treibt erstaunliche Blüten – goldene Handys und jetzt auch noch goldene BMW`s.

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Abends wollten wir ja eigentlich ins Khan-Bräu – nachdem der neue Standort uns jedoch tagsüber schon nicht zusagte, besuchten wir einen anderen Biergarten (Grand Khan Irish Pub) – dort gab es dann leckeres Dschingis Beer.

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Heimweg zum Hotel – Ulan Bator bei Nacht.

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Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von −2°C gilt Ulaanbaatar als die kälteste Hauptstadt der Welt. Das liegt vor allem an den extrem kalten Wintermonaten mit Temperaturen von durchschnittlich −17 bis −21°C (tagsüber −10 bis −15 °C, nachts um −25 °C). Im Sommer ist es hingegen mit Durchschnittswerten von 15 bis 17°C recht warm (tagsüber rund 20 °C, nachts 10 °C), im Hochsommer liegen die Höchsttemperaturen bei bis zu 30 °C. Wir haben wenig Glück mit dem Wetter.

10.07.2018 Stadtrundfahrt im Bus mit der Gruppe.

Bus in Swarowski-Ausführung.

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Es schüttet wie aus Eimern und besonders warm ist es ohne die starke Sonne auch nicht. Besuch des Dsaisan-Denkmals, das an den Zweiten Weltkrieg erinnert. Unterhalb des Denkmals ein Panzer, der angeblich bis nach Berlin vorgedrungen sein soll.

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350 Stufen bis zum eigentlichen Denkmal hinauf – das Dsaisan-Denkmal. Mit Blick ist da heute nicht viel. Allerdings erstaunlich wie nah die Stadt zwischenzeitlich an das Denkmal heran gewachsen ist – in 2006 war das Denkmal noch außerhalb der Stadt zwischen grünen Hügeln gelegen.

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In der Stadt gibt es verschiedene Zeugnisse des Lamaismus, wie u.a. das Gandan-Kloster oder den Winterpalast des Bogd Khan.

Der Winterpalast des Bogd Khan ist heute Museum. Von ursprünglich vier Residenzen stellt der Komplex den einzig erhaltenen Palast des 8. Jebtsundamba Khutukhtu dar, der als Bogd Khan mit zeitlichen Unterbrechungen von 1911 bis 1924 als höchste religiöse Instanz des Buddhismus in der Mongolei in dem Palast amtierte.

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Rundgang.

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Weiterfahrt zum Gandan-Kloster. Das Gandan-Kloster liegt ein wenig  westlich des Stadtzentrums. Wir brauchen mit dem Bus dort hin – Entfernung geschätzt max. 5 Kilometer – gut 2 Stunden infolge Staus.

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Es schüttet noch immer, den Vorhof des Klosters laufen Sturzbäche hinunter. Man hat seine liebe Mühe, trockenen Fußes von A nach B zu kommen.

Gandan ist das größte Kloster des Landes und eines der wenigen original erhaltenen, die den stalinistischen Terror in der Mongolei überstanden haben. Dennoch zerstörten auch hier sowjetische Truppen mehrere Gebäude und ließen unter anderem die 26 Meter hohe goldene Statue der Göttin Janraisig demontieren und einschmelzen. Durch Spenden der buddhistischen Gemeinde in Höhe von umgerechnet 5 Millionen US-Dollar konnte nach 1990 eine neue vergoldete Janraisig errichtet werden. Für den Dalai Lama, das eigentliche Oberhaupt des Klosters, wurde ein Thronsessel neu erbaut. Goldene Statue.

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11.07.2018 Besuch der Eröffnungsfeier zum Naadam-Fest im Stadion von Ulan Bator. Leider immer noch Regen. Impressionen.

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12.07.2018 Es regnet immer noch – zwischenzeitlich ist mal wieder die Steuerung unseres Heizungsmoduls abgesoffen – meine Versuche die Antenne abzudichten waren wohl doch nicht so gänzlich von Erfolg gekrönt. Allerdings ist diesmal deutlich weniger Wasser eingedrungen. Da muss ich wohl noch mal ran.

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Petra geht Kashmir-Pullover kaufen, ich schreibe Blog und den Rest des Tages vertrödeln wir einfach. Abends Besuch des Mongolischen Nationaltheaters mit Musik und Folkloreaufführungen (keine Fotos). Kehlkopfgesang, Pferdegeigen und artistische Darbietungen.

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13.07.2018 Abreise Richtung Gorkhi-Terelj National Park. Zum Abschied noch einmal einen Blick auf den Allgegenwärtigen!

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Mongolei – Hustei NP-Mongol Els-Karakorum-Oggi Nuur

03.07.2018 Nur etwa 120 km zum nächsten Stellplatz. Wir werden schon wieder übermütig und planen “Extra-Touren”.  Bevor wir den Stellplatz ansteuern starten wir zur Fahrt zur Klosterruine Mandsuschir südlich von Ulan Bator, etwa 160 km entfernt. Die Straßen in der Mongolei sind noch schlechter als in Russland – eigentlich kaum zu toppen. Das Navi leitet uns, wie ich erst zu spät entdecke direkt durch Ulan Bator (Peace Rd.) hindurch. Ich ging davon aus, dass wir über eine an sich vorhandene Umgehung geleitet werden. So stehen wir schön im dicksten Verkehr bzw. im Stau. Pro Weg durch die Stadt haben wir mindestens eine Stunde benötigt – eher mehr. Am anderen Ende der Stadt angekommen geht es rechts ab zum Kloster – noch 18 Kilometer. Aaabeeer, das wird nichts, die Straße ist für Fahrzeuge, die höher als 3 Meter sind durch eine eiserne Höhenbegrenzung gesperrt und direkt daneben ist eine Polizeistation. Sonst hätte man ganz mongolisch ja auf die Idee kommen können, diese Sperre einfach querfeldein zu umfahren. Da die Zeit schon fortgeschritten ist, entscheiden wir dann jetzt doch den abendlichen Stellplatz anzusteuern. Noch mal durch Ulan Bator und den Verkehr bzw. Stau hindurch. Nicht, dass hier nur viel Verkehr wäre – es wird gedrängelt auf Teufel komm `raus. So etwas hatten wir noch nicht erlebt. Aber, und das ist das besondere daran, es geht gar nicht machomäßig zu, im Zweifel zieht jeder zurück. Letztlich muss man höllisch aufpassen – aber Spaß macht es auch schon. Es ist eben nur äußerste Konzentration gefragt

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Nach einer weiteren Stunde Fahrt (ca. 60km westlich von Ulan Bator) sind wir bereits wieder voll in der Natur. Gegensätze!

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Es riecht überall nach Thymian – wir stellen fest, mehr oder minder der ganze Boden ist damit flächendeckend bewachsen.

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Abends bekommen wir noch ein kleines Reiterschauspiel geboten.

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Wir kochen mit Heidi und Max gemeinsam Spagetti Bolognese. Gegen 21:00 Uhr wird es langsam dunkel.

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Am nächsten Morgen (04.07.2018) war eigentlich unsere Weiterfahrt zum etwa 40km entfernten Hustei Nationalpark geplant. Heidi geht es aber gesundheitlich nicht so gut und wir bleiben diesen Tag sicherheitshalber mit den beiden zusammen noch in der Nähe von Ulan Bator, falls sie medizinische Hilfe benötigen sollte.

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Relaxen und den vorbeikommenden Tieren zuschauen. Wir parken unser Auto noch einmal um, da wir festgestellt haben, dass auf der Steppe genau an nur einer Stelle Internetempfang ist. Schön, da kann man in Ruhe einmal ein paar Dinge im Internet (Banken, Blog etc.) erledigen.

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In unserer Nachbarschaft befindet sich ein Jurtencamp für Touristen – dort sind plötzlich erstaunliche Aktivitäten festzustellen. Pferde kommen, Musik läuft … wie wir später feststellen Vorbereitungen für ein kleines örtliches Naadam Fest.

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Gegen Mittag gehen wir dann mal schauen, was da los ist. Hier wird tatsächlich Naadam abgehalten und das ganz im kleinen Kreis ohne viele Zuschauer. Zur Erläuterung: Naadam ist das Nationalfest der Mongolen und findet grundsätzlich jährlich vom 10. bis zum 13. Juli statt.

Der Ursprung des Festes geht vermutlich auf die Kuriltai – Klantreffen, die im Mittelalter gesellschaftliche Höhepunkte waren – zurück. Das Naadam-Fest ist heute in der Hauptstadt hauptsächlich eine Sportveranstaltung ähnlich den Olympischen Spielen. Die Mongolen messen sich in den drei traditionellen mongolischen Sportarten: Ringkampf, Bogenschießen und Pferderennen.

Die größten Naadam-Spiele finden in der Hauptstadt Ulaanbaatar statt, aber auch andere Orte feiern lokal die Turniere in kleinerem Umfang und zu anderen Termine im Juli.

Außer bei den Ringkämpfen nehmen auch Frauen an den Wettkämpfen teil. Das charakteristische Ringerdress mit freier Brust hat der Legende nach den Zweck, Frauen von den Ringkämpfen fernzuhalten. Die Spiele beginnen in Ulan Bator bei der Eröffnungsfeier mit Paraden von Athleten, Mönchen und Soldaten, die in der Kriegertracht Dschingis Khans kostümiert sind.

Der Ringkampf wird bei den Männern in neun Wettkampfrunden ausgetragen.

Im Bogenschießen, an welchem auch Frauen teilnehmen dürfen, finden drei Wettkampfrunden mit abschließender Finalrunde statt.

Mongolische Bogenwettbewerbe gehen auf das 11. Jahrhundert zurück. Die in traditionellen Kostümen antretenden Schützen benutzen Bögen aus Horn, Rinde und Holz. Die Pfeile mit einer Länge von etwa 75cm werden aus Weidenzweigen und Geierfedern gefertigt, die Pfeilspitze hingegen aus Knochen und Messing. Als Ziele dienen aufeinandergestapelte zylinderförmige Körbe aus Schafdarm.

Im ersten Durchgang werden 20 Pfeile auf eine vier Meter lange und 48 cm hohe Wand aus vier übereinander gestapelten Reihen von Körben (Khana) abgeschossen, im zweiten Durchgang dann 20 Pfeile auf zwei Reihen von insgesamt 30 übereinander gestapelten Körben (Khasaa). Die Entfernung vom Ziel beträgt für männliche Wettbewerber 75 m und 60 m für Frauen.

Die Kampfrichter stehen neben den Zielen und verkünden das Ergebnis durch das laute Singen von traditionellen Melodien (uukhai) und mit erhobener Hand.

Bei den Pferderennen treten Kinder auf zwei- bis über sechsjährigen Pferden gegeneinander an, zusätzlich gibt es auch noch ein Wettrennen auf Hengsten. Je nach Altersklasse werden verschiedene Distanzen geritten, beim größten Rennen am Naadam-Fest etwas außerhalb von Ulan Bator über volle 30 km.

Festzelte mit sonnengeschützten Sitzplätzen.

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Rennpferde, die auf ihren Einsatz warten.

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Ringer.

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Bogenschießen.

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Yaks mit Karren.

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Es geht zum Start beim Pferderennen.

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… und dann geht es auch schon los.

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Als das ganze Spektakel vorbei ist, setzen wir uns zum Aperitif wieder vor unsere Autos. Der Festplatz wird wieder abgebaut. Derweil ziehen diverse Tiergruppen direkt bei uns vorbei zu einer unweit gelegenen Wasserstelle.

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05.07.2018 Fahrt zum Hustein Nationalpark. Etwa 30km asphaltierte Straße, danach etwa 12km teils sehr sandige Piste bis zum Nationalpark. Wir waren gewarnt und dachten das wird mit unserem Allradantrieb kein Problem. Irgendwie habe ich dann aber zwei frischen Fahrspuren folgend doch den falschen Weg direkt in ein großes Sandbecken erwischt. Das müssen leichtere Autos gewesen sein, von denen die Fahrspuren stammten. Wir sitzen mit unseren 7 Tonnen richtig schön fest im tiefen Sand. Einige Selbstversuche – auch mit den Sandblechen – wieder herauszukommen, führen nur zu noch tieferem Eingraben. Wir geben vor größeren Grabungsaktionen erst einmal auf und telefonieren mit Max und Heidi, die noch hinter uns sind. Sie könnten uns mit dem großen MAN sicher herausziehen, sind aber noch nach Ulan Bator gefahren, um ihre Windschutzscheibe von einem Steinschlag reparieren zu lassen. Ok, das würde dauern. Ich bereite derweil in der Hitze schon mal den Bergegurt etc. vor. Nach ca. einer halben Stunde kommen zwei Mongolen mit einem dieser kleinen UAZ-Busse vorbei und bieten an, uns herauszuziehen. Ich bin zunächst skeptisch, ob das kleine Fahrzeug das wohl schaffen wird.

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Unsere Mongolen sind sehr zuversichtlich und es dauert nicht lange, da hat es doch tatsächlich geklappt. Alles wieder einpacken, Sandbleche wieder einpacken bzw. montieren. Petra bedankt sich mit zwei Dosen Bier und zwei Zigaretten. Alle sind glücklich.

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Es wird mir eine Lehre sein. Mit unserem leichteren Toyota Landcruiser wäre das kein Problem gewesen, aber mit unserem jetzigen 7-Tonner muss man wohl doch höllisch aufpassen, der versinkt sofort.


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Der Hustai Nationalpark (auch Chustain Nuruu bzw. Birken-Gebirge-Nationalpark)  wurde erst im Jahr 2003 gegründet.

Betrieben wird der Park von der 2003 gegründeten Stiftung Hustai National Park Trust (HNPT) in Zusammenarbeit mit dem mongolischen Ministerium für Natur und Umwelt.

Neben den wieder angesiedelten Przewalski-Wildpferden (eigentliche Attraktion des Parks) kommen im Park auch Sibirische Wapitis, Mongoleigazellen, Rehe, Argalis, Sibirische Steinböcke, Wildschweine, Wölfe, Luchse, Manuls, Steppenfüchse, Rotfüchse, Dachse und Murmeltiere vor.

Das Przewalski-Pferd (auch Takhi) bzw. asiatisches Wildpferd oder Mongolisches Wildpferd genannt, wurde bisher für die einzige Unterart des Wildpferds, die in ihrer Wildform bis heute überlebt hat, gehalten. Benannt ist es nach dem russischen Expeditionsreisenden Nikolai Michailowitsch Prschewalski, der 1878 von einer seiner Expeditionen nach Zentralasien Haut und Schädel der in der westlichen Welt weitgehend unbekannten und wissenschaftlich noch nicht beschriebenen Wildpferdart nach St. Petersburg mitbrachte.

Das Przewalski-Pferd war zum Zeitpunkt seiner wissenschaftlichen Erstbeschreibung bereits sehr selten. Das letzte freilebende Przewalski-Pferd wurde 1969 gesehen. Das Przewalski-Pferd ist jedoch bis heute erhalten geblieben, da einige Großgrundbesitzer und Zoos die Art in Gefangenschaft weiterzüchteten. Die Etablierung eines Zuchtbuches und die Züchtung in einigen Zoos hat die Zahl wieder auf 2.000 Individuen ansteigen lassen. In mehreren Initiativen wird versucht, Przewalski-Pferde wieder in der freien Wildbahn zu etablieren.  So auch im Hustai Nationalpark, wo es schon wieder eine stattliche Popultion geben soll.

Leider schüttet es nahezu während unseres gesamten Aufenthaltes im Nationalpark, sodass wir keines der Pferdlein zu Gesicht bekommen.

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06.07.2018 Vor unserem Aufbruch müssen wir unseren Wassertank mal wieder auffüllen – die nächsten Tage könnte das eventuell nicht mehr möglich sein, sodass wir auf Nummer sicher gehen wollen. Quellwasser aus einer Zisterne ohne wirklichen Wasserdruck. Unser Einfüllstutzen liegt zu hoch, sodass das Wasser dort von selbst nicht hineinfliest. Wir lassen es dann in unsere 25Ltr. Weithalstonne fliesen und pumpen es von dort aus in den hochgelegenen Einfüllstutzen – Not macht erfinderisch. Bevor es aber richtig losgeht, fahre ich beim notwendigen Umparken noch den Deckel zu unserem Wassertank kaputt, den ich vor dem Umparken nach Öffnen des Wassertanks bereits auf das rechte Hinterrad gelegt hatte. Ok, schade, aber wir haben Ersatz dabei. Alles nicht so einfach.

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Weiterfahrt Richtung Westen, genauer den Dünen von Mongol Els.

Typisches kleines mongolisches Dorf. Das Wetter bleibt sehr wechselhaft.

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Laster mit Schafwolle.

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Moderne für Touristen erbaute Raststätte.

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Wir legen eine kurze Toilettenpause ein und ich entdecke dies. Für alle, die noch nicht wissen, wie das geht.

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Unterwegs immer wieder Tiere, die die Straße kreuzen.

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Dünengebiet von Mongol Els.

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Auch an unserem Übernachtungsplatz wird Kamelreiten angeboten. Petra, die das noch nie gemacht hat,  ist zunächst noch unschlüssig, traut sich dann aber doch.

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Das Heim eines der Kamel-Führer.

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Abendstimmung.

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07.07.2018 Weiterfahrt Richtung Karakorum. Unterwegs Halt an einer schönen Stupa-Anlage. mit Ovoo (links vom Wohnmobil). Ovoos (Steinhügel) kennzeichnen in der Mongolei heilige Plätze, an denen sich Erdgeister aufhalten. Die Reisenden umrunden den Ovoo dreimal im Uhrzeigersinn und bringen Gaben dar.

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Der Stupa ist ein Bau, in dem buddhistische Reliquien in wertvollen Behältern aufbewahrt werden. Reliquien sind Überbleibsel eines Heiligen oder einer wichtigen Person einer Religion. Früher enthielten Stupas die Asche des Buddhas oder eines anderen Heiligen. Heute werden häufig auch andere heilige Erinnerungsstücke an den Buddha oder Texte aus heiligen Schriften in Stupas aufbewahrt.

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Die Straße ist heute gut und wir kommen schnell voran. In Karakorum angekommen besichtigen wir nach einem kleinen Momo-Snack die Ruinen der alten Hauptstadt Dschingis Kahns und seiner Nachfolger sowie das Kloster Erdene Dsuu .

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Karakorum für „schwarze Berge“, „schwarzer Fels“, „schwarzes Geröll“, ist heute nur noch Ruinenstätte am Fuß des Changai-Gebirges. Sie war zwischen 1235 und 1260 Hauptstadt des Mongolischen Reiches.

Sie schließt sich an die Nordmauer des Klosters Erdene Dsuu an. Etwas südlich davon befindet sich die heutige Siedlung bzw. der Ort Charchorin.

Spätere Inschriften verbinden die Gründung von Karakorum bereits mit Dschingis Khan im Jahr 1220.  Durch seine mit großer Sicherheit nicht zufällige Ortsauswahl am Fluss Orchon für eine weitere Residenz und erst spätere Stadtgründung gerade an dieser Stelle verblieb er ganz bewusst in der Tradition seiner Vorgänger. Die Zentren alter Mongolenreiche im Tal des Orchon markierten für die Mongolen schon damals die Mitte der Welt.

Erst unter Ugedai Khan, dem Sohn und Nachfolger Dschingis Khans, entwickelte sich Karakorum zur ersten Hauptstadt des Mongolenreiches. Von ihm wurde die bedeutende Residenz zu einer richtigen Stadt ausgebaut und ab 1235 zusätzlich mit einer Befestigungsanlage versehen. Dieser nachfolgende Khan wandelte dann die mongolische Raubnation unter anderem auch durch die Einführung von Staatskanzleien und den Bau eines Khanpalastes in dieser Stadt (1236 bis 1256) zu einem dauerhaft organisierten Staatswesen. Für die Mongolen ist Karakorum noch heute die Keimzelle und Geburtsstätte ihres Nationalstaates.

Außerdem wurde die Stadt auch ein religiöses Zentrum und der Ort des Staatskultes. Nachdem unter Kublai Khan der Buddhismus zur Staatsreligion erklärt wurde, hatten die Mongolen alles, was für die Stabilität eines großen Reiches in der Regel unbedingt erforderlich ist: Eine Hauptstadt, eine verbindende Schrift und eine Hochreligion.

Zur Ausübung der den Nomaden bisher unbekannten Tätigkeiten holten sich die Großkhane fremde Handwerker und Künstler in ihr Land, vor allem aber hierher in diese neue Hauptstadt. Die Mongolen eigneten sich die Kenntnisse der Fremden nicht an, sondern sie ließen sie für sich arbeiten. Die fremden Handwerker und Künstler kamen teils freiwillig zu ihnen, teilweise wurden sie jedoch auch hierher verschleppt.

In Karakorum zeigten auch die Dschinghis Khan nachfolgenden, grausam kriegerischen und tyrannischen Khane ihr zweites, völlig andersartiges Gesicht. Durch ihre tolerante Haltung allem Neuen und Unbekanntem gegenüber wurde ihre Hauptstadt im 13. Jahrhundert nicht nur die Schaltzentrale der Reichsverwaltung und ein Zentrum des Handels und Kunsthandwerks, sondern auch zu einem Schmelztiegel unterschiedlicher Religionen, Kulturen und Völker.

Den Status als Hauptstadt des Mongolenreiches verlor sie unter Kublai Khan, der Peking als Hauptstadt wählte. Als die Chinesen 1368 die mongolische Yuan-Dynastie stürzten, flohen die Mongolen zurück in die nördliche Steppe und machten Karakorum wieder zu ihrer Hauptstadt. Für sie bestand dort die Yuan-Dynastie fort und sie nannten das ihnen nach der Vertreibung aus Peking und China verbleibende Territorium das „Nördliche Yuan“. Doch die wieder erstarkten Chinesen setzten in den darauffolgenden Jahren ihre Angriffe unvermindert fort und 1388 gelang es ihnen schließlich, auch Karakorum vollständig zu zerstören. Dennoch behielt die Stadt ihre Bedeutung als nationales Symbol. Im Jahr 1415 beschloss eine mongolische Reichsversammlung den Wiederaufbau. Die Stadt verfiel endgültig im späten 16. Jahrhundert und wurde zum Steinbruch für das 1586 errichtete buddhistische Kloster Erdene Dsuu, welches nachweislich zum Teil aus den Steinen der alten Hauptstadt aufgebaut wurde.

Das Kloster Erdene Dsuu wurde 1586 vom Fürsten Abtai Sain Khan erbaut. Innerhalb seiner quadratischen Außenmauer (400 x 400 Meter) haben sich auf einem großen Areal im Jahr 1870 etwa 62 Tempel im chinesisch-mongolischen Mischstil befunden. Das Kloster war damit eines der bedeutendsten buddhistischen Zentren Asiens. In der Zeit der kommunistischen Regierung der Mongolei sind jedoch die meisten Tempel vollständig zerstört worden. Einige Gebäude sind in den letzten Jahren rekonstruiert worden, die vollständige Wiederherstellung der Anlage erscheint auf absehbare Zeit jedoch nicht finanzierbar. Der Innenbereich der Klosteranlage wird aktuell auf Hinweise auf den ehemaligen Khan-Palast archäologisch untersucht.

Zunächst geht`s ins Kloster.

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Aktiver Gebetstempel der Mönche.

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Steinerne Gründung einer riesigen Empfangsjurte eines der Nachfolger Dschingis Khans mit 40 Metern im Durchmesser.

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Aufstellpunkte für die Zeltstützen.

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Außerhalb der Klostermauern wurden drei große steinerne Schildkröten gefunden. Die Forscher sind sich heute sicher, dass die Schildkröte damals das Wahrzeichen von Karakorum war. Der gewölbte Panzer symbolisiert das Himmelsgewölbe und die flache Unterseite die Erde. Außerdem ist die Schildkröte ein männliches Symbol, das auch alle vier Himmelsrichtungen verkörpert und als besonders langlebig angesehen wird. Die Schildkröten gelten als Überreste des Khans-Palastes.

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Fund vor dem Kloster: australisches Reisemobil auf Basis von ISUZU 4×4 – letztlich nicht ganz unähnlich unserem Fuso Canter. Allerdings beeindruckende Reiseleistung (siehe Karte).

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Dann geht es zum schön am Fluss Orchon gelegenen Stellplatz für die Nacht.

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Gegen Abend mongolische Folklore Darbietung mit Pferdekopfgeigen und Kehlkopfgesang.

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Abendstimmung am Fluss Orchon.

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Am nächsten Morgen erfahren wir, dass die geplante nächste schöne Etappe zum Orchon Nuur, dem Orchon-See, leider wegen einer grassierenden Tollwut-Epidemie in diesem Gebiet und der Sperrung dieses Gebietes für Touristen ausfallen muss.

Daher am 08.07.2018 bereits Rückfahrt in die Hauptstadt nach Ulan Bator.

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Mal wieder Stau bei Einfahrt in Ulan Bator.

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Wir steuern einen Supermarkt an, um unsere Lebensmittelbestände wieder aufzustocken. Auf dem Parkplatz des Supermarktes – das Schaf musste wohl draußen bleiben. Im Supermarkt finden wir erstaunlicherweise sehr viele Edeka-Produkte “gut & günstig”. Wie das?

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Da wir keine Lust auf einen Wohnmobilstellplatz auf dem Hotelparkplatz dicht an dicht haben, nehmen wir uns ein für die nächsten Tage bequemes Zimmer im Hotel. Abends laufen wir nicht weit und entdecken ein Hardrock Cafe. Abendessen.

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Ulan Ude – Grenze Mongolei

30.06.2018 Besichtigungstour Ulan Ude mit der Gruppe im Bus – zunächst jedoch Fahrt zum etwa 40 km vor den Toren der Stadt gelegenen buddhistischen Kloster Ivolginsk. Bereits bei Ausfahrt aus der Stadt stehen wir mal wieder im Stau – auch hier wie überall zu viele Autos.

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Wir überqueren erneut die Selenga und es geht südwestlich Richtung Kloster Ivolginsk.

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Iwolginski Dazan ist ein buddhistisches Kloster.  Der Dazan befindet sich in der Nähe des Dorfes Werchnjaja Iwolga, einem Gemeindeteil von Iwolginsk – daher auch der weltliche Name. Es ist das Zentrum der Buddhistischen Traditionellen Sangha Russlands und Sitz des XXIV. Pandito Hambo-Lama Damba Ajuschejew.

Nach den Zerstörungen in stalinistischer Zeit wurde es wieder aufgebaut. Das Kloster ist eine der größten und wichtigsten buddhistischen Tempelanlagen Russlands. Als Dazan ist es auch eine Universität. In den vier Fakultäten werden Philosophie, Theologie, buddhistische Medizin und Malerei unterrichtet. 2002 wurde die Leiche des Hambo-Lama Daschi-Dorscho Itigelow (1852–1927) hierhin überführt, die wegen ihres praktisch unverwesten Zustandes als ein geheiligtes Objekt angesehen wird. Sie wurde in einen eigens gebauten Tempel verbracht, der 2008 als Teil des Dazans eröffnet wurde.

Die Burjaten, sprachlich und kulturell eine Untergruppe der Mongolen, bekennen sich traditionell zum Vajrayana-Buddhismus.

Links im Bild das Privathaus des Lamas.

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Tempel in dem die Leiche des des Hambo-Lama Daschi-Dorscho Itigelow aufbewahrt wird.

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Frauen in tradtioneller burjatischer Tracht.

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Rückfahrt Richtung Zentrum von Ulan Ude. Rund um Ulan Ude findet eine gigantische Zersiedelung der Landschaft statt. Die Stadt wirkt dadurch auf den ersten Blick riesig. Jeder nimmt sich unabhängig von den Eigentumsverhältnis (i.d.R. ist der Staat Eigentümer) einfach ein Stück Land, baut einen Zaun herum und danach ein Holzhaus darauf. Der Staat soll angeblich dagegen nicht vorgehen bzw. vorgehen können/wollen. Vielleicht ist dieses staatliche Nicht-Handeln aber auch nur Ausdruck des Respektes vor der Nomadenkultur, wo jeder sich des Landes bedienen konnte, wie er wollte.

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Gedanklich zurück zu Ulan Ude und ein paar Fakten rund um die Stadt.  Ulan Ude liegt südöstlich von Irkutsk an den Ufern eines Seitenarmes der Selenga und ist heute die Hauptstadt der “Burjatischen Republik”.

Ulan-Ude hat etwa 400.000 Einwohner und ist das kulturelle, politische und wirtschaftliche Zentrum der sogenannten Region Transbaikalien.

Bekannt über die Grenzen Russlands hinaus ist die Stadt wohl vor allem durch ihren Zugstreckenknotenpunkt – der Verzweigung der Transsibirischen Eisenbahn Richtung Wladiwostok und der Transmongolischen Eisenbahn Richtung Peking. In Ulan Ude findet sich passend dazu die größte Lokomotiv- bzw. Eisenbahnfabrik Russlands sowie auch das größte Eisenbahnreparaturwerk Russlands.

Rundgang durch die Stadt. Typisch für die Staaten der ehemaligen Sowjetunion – Straßenbahnen werden eigentlich immer von Damen gelenkt.

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Sowjetische Denkmäler, wie der weltgrößte Leninkopf am Sovetskaja Platz, nicht weit vom Bahnhof, erinnern noch an vergangene Zeiten. Auch zahlreiche Gebäude aus der Stalin-Ära gibt es ebenso noch wie historische Sehenswürdigkeiten wie z.B. die Burjatische Nationaloper oder das Staatstheater.

Lenin-Kopf – Regierungsgebäude im Hintergrund.

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Baikal Plaza Hotel. Hier habe ich in 2008 anlässlich meiner Tour mit der Transsibirischen Eisenbahn 3 Nächte gewohnt. Das Hotel wurde zwischenzeitlich allerdings umfangreich saniert.

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Pause im Café “Marco Polo”.

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Stalinistische Baukunst.

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Zarentor – errichtet zum Besuch des Zaren Nikolaus im Jahr 1891. Stalin ließ es abreisen. In den 90ern des vorigen Jahrhunderts wurde es dann wieder aufgebaut.

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Platz vor der Staatsoper.

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Die Siedlung Udinskoje, heute Ulan Ude (rote Uda) genannt, wurde 1666 als Überwinterungsstation von Kosaken an der Uda, einem Nebenfluss der Selenga, gegründet und 1775 als Werchneudinsk zur Stadt erhoben. Nach einem großen Brand 1878, ähnlich Irkutsk, wurde die Stadt komplett neu aufgebaut.

Kaufmannshäuser aus dem vergangenen Jahrhundert. Hier verlief die Teestraße von China nach Russland, Reis Tabak und Gewürze kamen aus China und machten die Kaufleute reich.

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Zentrales Kaufhaus von Ulan Ude.

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Revolutionsplatz mit Obelisk aus den 20er Jahren zur Erinnerung an die Revolutionsopfer.

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Denkmal zur Erinnerung an den großen vaterländischen Krieg.

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01.07.2018 Nachdem wir am Vortag bereits quasi ganz Ulan Ude erkundet hatten (so viel gibt es dort nicht zu sehen) verblieb noch Zeit für Anderes. Ein Besuch in den Dörfern der sogenannten Semeiskije bzw. Altgläubigen 80km südöstlich von Ulan Ude – namentlich u.a. im Ort Tarbagatei. Die Semeiskije sind eine Glaubensgemeinschaft von sogenannten Priesterlosen Altgläubigen in Transbaikalien, deren Vorfahren im 17. Jahrhundert die liturgischen Reformen des Patriarchen Nikon nicht angenommen/akzeptiert hatten, und daraufhin nach Sibirien verbannt worden waren. Ihre alltägliche und geistliche Kultur wurde 2001 von der UNESCO unter der Bezeichnung „Der Kulturraum und die mündliche Kultur der Semeiskije“ in das das UNESCO-Welterbe ergänzende Programm „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ aufgenommen.

Besonders schön sind die traditionellen Verzierungen der Semeiskije-Häuser. Manche behaupten, es seien die schönsten erhaltenen Holzhäuser Russlands – so ist das mit Superlativen, jeder pflegt seinen.

Altgläubige

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Kleines Museum in einem der Häuser.

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Mit der Gruppe hatten wir vereinbart, uns dann am nächsten Morgen vor der Grenze zur Mongolei treffen zu wollen. So blieb von Tarbagatei aus die Alternative 40 Kilometer zurück Richtung Ulan Ude zu fahren, um dort die Hauptstraße zur mongolischen Grenze zu nehmen oder aber eine Nebenstraße Richtung Süden zu nehmen, um dann später (nach ca. 60km) Richtung Osten auf die Hauptstraße abzuzweigen. Wir entscheiden uns für den kürzeren Weg – die kleine Nebenstraße. Ergebnis: den Abzweig zur Hauptstraße gibt es gar nicht – bzw. er war als Straße oder Weg nicht erkennbar. Die Nebenstraße an sich stellt sich nach wenigen Kilometern als Wellblechpiste übelster Art heraus, die wir dann etwa 200km bis ganz in den Süden verfolgen mussten, um dort auf einen Abzweig nach Osten zur Grenzstadt Khiagt zu kommen. Kurz vor diesem Abzweig schlagen wir ziemlich durchgerüttelt unser Nachlager auf. Petra macht mich darauf aufmerksam, dass bei einem unserer Fenster eine Schraube herauslugt. Ich ziehe dann alle Schrauben an allen Fenstern wieder fest, alle waren mehr oder minder locker – diese Pisten sind Gift für`s Auto.

Übernachtungsplätzchen.

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Zunächst schlafen wir gut, bis wir gegen ein Uhr wach werden – Insektenalarm, überall kribbelt es. Da gibt es doch tatsächlich so kleine Viecher, die durch das Netz der Insektenschutzgitter hindurch kommen. Ok, wir schließen alle Fenster und stellen die kleine elektrische Giftbombe mit den Giftplättchen aus Italien vom Conad an. Dann beruhigt sich die Lage wieder.

Am nächsten Morgen (02.07.2018) Fahrt Richtung russische Grenzstadt Khiagt.

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Die Grenzformalitäten ziehen sich mehr oder minder über den ganzen Tag hin. Warten, warten, warten!

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Die russischen Grenzer treiben einen unglaublichen Aufwand für eine Ausreise. Selbst mit Drogensuchhunden begehen sie unsere Fahrzeuge und suchen nach Schlaftabletten und ähnlichem. Unverständlich für eine Ausreise! Auf der mongolischen Seite (Altanbulag) wird zwar auch intensiv und von mehreren Personen geschaut, aber dort verstreicht die Zeit insbesondere infolge fehlender Organisation – irgendein Stempel von irgendwem fehlt immer noch. Trotzdem schaffen wir es noch relativ schnell durchzukommen.

Über Sükhbatar geht es Richtung Süden bzw. Darkhan.

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Bereits gegen 17:00 Uhr  erreichen wir unseren ersten Übernachtungsplatz in der Mongolei.

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Rund um den Baikalsee

23.06.2018 Von der Insel Olchon Fahrt über Irkutsk bis in die Nähe Listvjankas am Baikalsee. Dort zwei Übernachtungen auf dem Gelände eines Yachtclubs direkt an der Angara – sah dort eher aus wie auf einer ziemlich heruntergekommenen Werft. Trotzdem landschaftlich schön gelegen.

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24.06.2018 Ausflug: es geht morgens früh los. Wir werden mit dem Bus an den Bahnhof von Irkutsk gebracht.

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Von dort aus unternehmen wir in einem touristischen Sonderzug eine Bahnfahrt auf der alten Baikalbahn.

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84 Kilometer ist sie lang, die “alte Baikalbahn” entlang des Baikalsees. 1904 wurde sie als letztes fehlendes Glied der Transsibirischen Eisenbahn fertiggestellt. Am Baikalsee wurde damit die Transsibirische Eisenbahn von Moskau nach Wladiwostok vollendet. Wegen des Lückenschlusses wird die Baikalbahn oft “Gürtelschnalle” der Transsib genannt. Außerdem war es wegen der vielen Kunstbauten (Tunnel, Brücken etc.) der teuerste und aufwändigste Bauabschnitt. Darum wird sie, auch wegen der Meisterleistungen der Ingenieurskunst, “Goldenen Gürtelschnalle” genannt.

Die Fahrt dauert fast den ganzen Tag, da die Bahn immer wieder längere Halts an schön gelegenen Stellen macht. Zunächst geht es von Irkutsk nach Sljudjanka und dann weiter nach Port Baikal.

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Geschätzte 85% der Mitreisenden sind chinesische Touristen, was die Fahrt auch in anderer Hinsicht zu einem einmaligen Erlebnis macht.

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Foto vom allgegenwärtigen Präsidenten in einem Kiosk.

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In Port-Baikal besteigen wir gegen Abend dann die Fähre über die Angara zurück nach Listvjanka.

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Blick in die Angara vom Baikalsee aus gesehen.

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Blick auf Listvjanka. Schon wieder einmal wieder ein Gewitter im Anmarsch.

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25.06.2018 Wieder nach Irkutsk zurück – anders geht das auf der Straße nicht. Besuch bei Metro Cash & Carry. Erstaunlich, meine Metro-Karte wird sofort erkannt und wir dürfen dort einkaufen. Weiterfahrt etwas abseits in die Berge nach Arschan. Arschan ist ein Berg- und Luftkurort im Rajon Tunkinski, Burjatien. Er liegt auf etwa 900 m Höhe im östlichen Sajangebirge. Dort bleiben wir zwei Nächte.

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25.06.2018 Wanderung ins Gebirge zu einem Wasserfall.

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27.06.2018 Zurück aus den Bergen an den Baikalsee in die Nähe von Sjludjanka. Weiterfahrt an der Ostküste entlang bzw. der Transsib folgend Richtung Ulan Ude.

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Abends Stellplatz Nahe des Selenga-Deltas am Strand des Baikal. Wunderschönes Plätzchen direkt auf der Düne. Dort hält es uns jedoch nicht lange (ca. 5 Minuten). Dann verlassen wir fluchtartig wieder den Platz – Invasion von Mini-Mücken – andere halten es länger aus, haben dann aber von Mücken schwarz gefärbte Insektenschutzgitter und können das Wohnmobil eigentlich nicht verlassen. Das Selenga Delta ist das angeblich größte Süßwasserdelta der Erde. Da fühlen die kleinen Biester sich eben wohl. Die Selenga selbst entspringt in der Mongolei und ist einer der größten Zuflüsse des Baikalsees.

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Ein paar hundert Meter landeinwärts weiter finden wir einen schönen Stellplatz mitten im Dorf – hier so gut wie keine Insekten unterwegs und wir können zumindest zuschauend am Dorfleben teilnehmen.

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Heidi putzt Erdbeeren – sie will Marmelade kochen.

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Gegen 22 Uhr treffen sich Interessierte in der Dorfkneipe – eher eine Art Wohnzimmer – zum Fußball schauen (Deutschland ./. Südkorea). Unerfreuliches Endergebnis – Deutschland scheidet in der Vorrunde der WM aus!

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28.06.2018 Wir nehmen nicht die Hauptstraße nach Ulan Ude sondern die Küstenstraße bzw. die Straße die am Selenga-Delta direkt vorbei führt.

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Gegen Mittag kommen wir in Ulan Ude an, wo wir drei Nächte verbringen werden. In einem großen Supermarkt füllen wir erst mal wieder unsere Bestände an Bier, Gemüse,  Wurst, Käse etc. auf. Von Ulan Ude aus geht es nämlich direkt in die Mongolei und wir wissen nicht, was wir dann noch einkaufen können. Petra sortiert  unsere “Grünzeugbestände”.

Gemüseladen

Stellplatz neben Sportkomplex in Ulan Ude.

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Baikalsee – Insel Olchon

Kaum haben wir am Morgen des 18.06.2018 den Großraum Irkutsk nach reichhaltigen Supermarkteinkäufen und Auffüllen unseres Gastankes (nur 6,7 Ltr. in 6 Wochen) verlassen, ändert sich die Landschaft total. Das Sumpfige, die sibrischen Tümpel und die Birkenwäldchen verschwinden, es wird eher steppig mit Kiefern, Lärchen und Weitblick. Ab und an sieht man frei umherlaufende Pferdeherden. Wir sind auf dem Weg zur Insel Olchon, der mit etwa 70km Länge und einer durchschnittlichen Breite größten Insel im Baikalsee. Wenn der Baikalsee die Perle Sibiriens ist, dann soll die Insel Olchon die Perle des Baikalsees sein – sagt man. P1030279 (Large)

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Noch ein paar Fakten zum Baikalsee:

Der Baikalsee ist mit 1.642 Metern der tiefste und mit mehr als 25 Millionen Jahren der älteste Süßwassersee der Erde. Sein Abfluss, die Angara, fließt über den Jenissei in die Karasee des Polarmeeres. Der See besitzt eine Uferlänge von rund 2.125 km, ist vom Südwesten zum Nordosten 673 km lang und maximal 82 km breit. Seine durchschnittliche Breite beträgt 48 km.

Rund um den Baikalsee herrscht ein kontinentales, relativ mildes Nadelwaldklima. Es gibt jährlich etwa 2.000 Sonnenstunden, wobei der Dezember mit 77 der sonnenärmste und der Juni mit 275 Sonnenstunden der sonnenreichste Monat ist.

Die Winter (November bis März) sind mit Durchschnittstemperaturen um −20 °C trocken-kalt, es herrscht von Anfang November bis Ende März Dauerfrost. In den Bergen rund um den See liegt von Mitte September bis Ende Juni Schnee, in den Tälern von Mitte November bis Anfang April. Die Temperaturen können bis auf etwa −50 °C fallen.

Der Frühling (April/Mai) und der Herbst (September/Oktober) sind mit jeweils nur zwei Monaten sehr kurz. Nachtfröste kann es bis in den Juni hinein geben und dann bereits wieder ab Ende August.

Die Sommer (Juni bis August) sind mit Durchschnittswerten um 15 °C und Tagestemperaturen häufig über 20 °C relativ warm. In dieser Zeit fällt auch der meiste Regen.

Wegen der enormen Wassermenge des Sees steigt die Wassertemperatur selbst im Juli und August kaum über 10 °C. Etwa von Mitte November bis Anfang Mai ist er meist komplett zugefroren.

Wir nähern uns der kostenfreien Fähre zur Insel Olchon und prompt schlägt mal wieder das Wetter um – Regen zieht auf, letztlich kommen aber nur ein paar Tropfen herunter.

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Alle Verkehrswege in Russland sind kostenlos, sodass interessanterweise auch die Fährverbindung zur Insel kostenfrei ist.

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Auf die noch am Kai liegende Fähre passen wir nicht mehr, wir müssen auf die nächste warten.

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Erste Jurten tauchen auf, die Insel Olchon gehört zwar organisatorisch zur Region Irkutsk, wird aber im wesentlichen von Burjaten bewohnt.

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Die Fährfahrt dauert nicht lange, dann sind wir auf Olchon.

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Drüben nix mehr mit befestigter Straße – staubige Wellblechpiste.

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Wir stehen ganz alleine direkt am Ufer, weit und breit nichts von Zivilisation zu sehen  – Abendstimmung.

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19.06.2018 Ganztägiger Ausflug mit geländegängigem russischem UAZ-Büschen. Zunächst besuchen wir den Hauptort, die erst 1939 gegründete Siedlung Chuzir, in der heute etwa 1.300 der insgesamt 1.600 Bewohner der Insel zu Hause sind. Nicht wirklich sehenswert.

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Interessanter da schon das am Ufer von Chuzir gelegene “Gottes-Kap” (Burchan mys, “burchan” bedeutet auf burjatisch Gott bzw. Buddha) mit dem berühmten Schamanenfelsen. Hier befand sich die wichtigste Pilgerstätte der am Baikalsee lebenden Burjaten, zu der nur die Schamanen genannten Medizinmänner Zutritt hatten. Eine Höhle mit zwei Zugängen bot gute Möglichkeiten für das plötzliche Erscheinen und Verschwinden der Schamanen. Zugleich war der Felsen auch Opferstätte, an der in bestimmten Ritualen Wohlwollen erbeten wurde. Schamanische Stelen im Zugangsbereich zum Kalkmarmor-Felsen.

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Rundblick über den “Kleines Meer” (Maloe More) genannten Teil des Baikalsees zwischen der Insel Olchon und dem nordwestlich direkt gegenüber gelegenen Festland. Aufgrund der nur geringen Tiefe des Baikalsees an dieser Stelle (max. 200 m) erwärmt sich der Baikalsee hier im Sommer auf sonst nicht mögliche Temperaturen von bis zu 16° C.

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Die schönste Strände der Insel ziehen sich nördlich der Inselhauptstadt Chuzir auf etwa 20 km hin.

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Weiterfahrt Richtung Norden.

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Toiletten-Pause mit Souvenirladen.

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Unser Fahrer entspannt in der Sonne.

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Dann kommen die schwierigeren Geländestücke weswegen wir u.a. nicht mit den Wohnmobilen gefahren sind.

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Straßenverläufe wie ich sie von meinem Mongolei-Besuch in 2006 kenne.

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Wir nähern uns der felsigen Nordspitze der Insel. Die Insel Olchon ist eigentlich auch Teil des im Südwesten an den Baikalsee grenzenden Promorsker Berggürtels, der sich auf der Insel fortsetzt.

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Blick auf die Ostseite des Baikalsees.

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Nordspitze der Insel – Stoßzahn-Kap (Kap Choboi).

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Mittagspause an der Nordspitze der Insel. Es gibt Fischsuppe.

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Weiterer Fahrer.

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Er hat eine Spezialität an seinem Fahrzeug – einen Elektrostecker unter dem Auto. Angeblich heizt er damit sein Auto im Winter, damit es nicht einfriert. Wie das genau technisch funktionieren soll konnten wir mangels russischer Sprachkenntnisse nicht herausfinden.

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Nach etwa 2 1/2-stündiger Rückfahrt zu unserem Stellplatz könnte man die dort geparkte fahrbare “Banja” (russische Sauna) benutzen und danach einmal in den kalten Baikalsee springen (Wassertemperatur derzeit so um die 10° C). Ich bin noch ein Wenig erkältet und halte mich zunächst noch zurück. Am letzten Tag auf Olchon bin ich dann aber auch für zwei Gänge in der Banja und zweimal im Baikalsee und das nicht nur mit den Füßen.

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20.06.2018 Bootsausflug.

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Wir nehmen zunächst Kurs Richtung Südwesten zur Insel Ogoy bebaut mit einem Stupa. Das Wetter ist nicht so perfekt wie am Vortag, klart aber noch auf.

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Kleine Wanderung zur Stupa.

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Runenzeichen – was das hier zu suchen hat? Vielleicht auch etwas Schamanisches.

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Weiter geht es zur Insel Zamogoy, wo sich die berühmten Baikal-Robben, wohl einzige Süßwasser-Robben-Art der Welt rumtreiben sollen.

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Schließlich finden wir solche dort auch vor. Aber keine Robbenfotos – auf diesen hätte man nicht viel gesehen mangels Kontrast zwischen Robben und Felsen. Da habe ich mir das Fotografieren zugunsten des Schauens verkniffen.

Auf dem Rückweg mit dem Boot haben wir einen schönen Ausblick auf den Stellplatz unserer Wohnmobile.

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21.06.2018 Als wir aufwachen regnet es! Lange Gesichter, denn ein Tag im Regen an solch einem Ort macht nun wirklich keinen Spaß. Nach dem Frühstück hört der Regen jedoch auf. Petra sucht die Trekking-Stöcke und macht sich mit Claudia auf den Weg zu einer Wanderung. Ich habe auch so meine Pläne. Fahrerhaus abkippen, Ölstand prüfen, mir mal die Konstruktion der Lenkung unseres Gefährtes genauer ansehen, Führung der Ausziehleiter vom Sand säubern, weitere Haken im Wohnmobil anbringen, Fahrerhaus komplett putzen und meine Lieblingsbeschäftigung: so dies und das von links nach rechts und von rechts nach links räumen. Der optimale Lagerplatz für viele Dinge im Wohnmobil muss erst noch gefunden werden und das geht am besten durch Ausprobieren. Nach Rückkehr legt sich Petra in die nun aufgetauchte Sonne und liest, ich schreibe Blog. Heute Abend soll es von Einheimischen zubereiteten Hammel mit allen Körperteilen zum Essen geben. Ich hatte mich prophylaktisch schon mal abgemeldet. Dann ist es soweit – die Delikatesse wird zubereitet. Petra geht schauen und entscheidet, wir kochen bei uns zu Hause. Auch ich lasse mich am Ort des Geschehens mal blicken und mache zumindest ein paar Fotos. Vorbereitungen.

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Es zieht wieder schlechtes Wetter auf – aber zunächst noch kein Regen.

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Blick in den Kochtopf.

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Zwischendrin noch ein Bisschen burjatische Folklore am Strand.

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Dann ist es soweit, “Essen ist fertig!” Es wird serviert. Nix für mich, muss ich gar nicht erst probieren!

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Bei uns im Restaurant FUSO gibt es heute Terrine de Bourgogne mit Bratkartoffeln, Salat und Vin Blanc. Petra bringt um 20:30 Uhr den Müll weg und kommt nicht wieder … doch, erst um 23:30 Uhr. Da wurde noch gefeiert auf dem Weg zum Müll. Ich lese und schlafe.

22.06.2018 Ähnliches Programm wie am Vortag. Petra geht Wandern und ich helfe Manfred und Max den Generator vom MAN zu reparieren. Damit hatten wir schon am Vortag angefangen aber wegen aufziehendem schlechtem Wetter abgebrochen. Generator springt immer nur kurz an, dann geht er wieder aus. Nachdem wir sämtliche Pumpen, Dieselfilter, Magnetventile und auch das letzte Stück Dieselleitung zum Magnetventil (mit dem Kompressor durchgeblasen) ohne Ergebnis durchgeprüft haben bleibt noch ein Stück Dieselleitung bestehend aus einer Metalldurchführung durch den Maschinenkasten des Generators. Schelle der Dieselgummileitung auf der noch nicht geprüften Seite der Metalldurchführung dann noch mal abgezogen – was kommt zum Vorschein: eine dicke Schraube steckt in der Dieselleitung. Wie kommt die wohl dahin? So etwas gibt es eigentlich gar nicht. Der Generator war kurz vor Abreise in Inspektion, da muss sie evtl. hinein gesteckt worden sein, um die Dieselleitung interimistisch abzudichten. Wir ziehen sie `raus, schrauben alles wieder zusammen und oh Wunder der Generator läuft wieder und das nun schon seit Stunden.

Nachmittags zwei Gänge Banja und ab in den kalten Baikalsee. Abends essen wir zusammen mit Manfred und Barbara im “Wohnzimmer” (Manfreds Wohnmobil mit der großen U-förmigen Sitzbank).

23.06.2018 Überfahrt auf`s Festland/Abreise über Irkutsk in die Nähe von Listvianka am Baikalsee.

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